Warum vorausschauende Evakuierungsplanung unverzichtbar ist
In einer Notsituation ist keine Zeit für Improvisation. Stress, Erschöpfung und Kommunikationsprobleme sorgen dafür, dass selbst erfahrene Teammitglieder schlechte Routenentscheidungen treffen. Voraus geplante Evakuierungsrouten – mit alternativen Wegen bei Sperrung – sind das Rückgrat jedes operativen Plans.
Primäre und alternative Routen
Planen Sie stets mindestens zwei Routen von jedem Punkt zum Sammelpunkt: eine Primärroute und eine Alternative. Die Alternativroute führt vorzugsweise über anderes Gelände und kreuzt andere Wege, sodass ein einzelnes Ereignis (Überschwemmung, Straßensperrung, Feindkontakt) nicht beide Routen blockiert. Codieren Sie sie klar: Grün für primär, Orange für alternativ, Rot für Notroute über schwieriges Gelände.
Melde- und Sammelpunkte
Definieren Sie klare Sammelpunkte (Assembly Points) mit MGRS-Koordinaten und einem beschreibenden Namen. „AP-1 Kirche Dorsduin (31UCS8743)" ist besser als „Sammelpunkt 1". Fügen Sie ein Foto oder eine Beschreibung hinzu, damit Teammitglieder den Ort erkennen, auch wenn sie das Gebiet nicht kennen. Planen Sie APs außerhalb von Gefahrenzonen und erreichbar für Fahrzeuge.
Zeitberechnung bei der Evakuierung
Verwenden Sie MilMaps Zeitberechnung mit einer realistischen Gehgeschwindigkeit. Passen Sie die Geschwindigkeit an das am wenigsten mobile Teammitglied an: Bei SAR-Operationen mit Verletzten rechnen Sie mit 2 km/h über schwieriges Gelände, bei ausgebildeten Militärangehörigen mit 4–5 km/h. Fügen Sie Pufferzeit für die Gruppenkonsolidierung an jedem Checkpoint hinzu.
Offline-Verfügbarkeit
Laden Sie das Einsatzgebiet für den Offline-Betrieb herunter. Evakuierungsszenarien treten häufig genau unter den Bedingungen auf, bei denen die Verbindung ausfällt: Sturm, Brand, militärisches Jamming. Alle Teammitglieder laden die Kartenebenen vor dem Einsatz; die Routen sind dann ohne Netzwerk verfügbar.
Briefing und Verteilung
Exportieren Sie die Evakuierungskarte als PDF-Routenbuch und drucken Sie es für jedes Teammitglied als Backup. Verteilen Sie auch die GPX-Datei für digitale Geräte. Beim Einsatzbriefing gehen Sie jede Route durch, damit die Teammitglieder wissen, welche Farbroute sie bei welchem Signal folgen. Üben Sie die Evakuierung mindestens einmal vor dem operativen Einsatz.